Reiseberichte - Eindrücke und Berichte unserer Urlauber

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Spanien, Menorca

Am Anfang des Zufahrtsweges zur Cala Macarella muss ich 5 Euro bezahlen. Mein Mietwagen ächzt, als ich über die steinige Straße fahre und ich denke kurz an die intakten Stoßdämpfer meines eigenen Autos, das ich am Hamburger Flughafen zurückgelassen habe. Die Sonne Menorcas brennt auf das Autodach und obwohl ich das Fenster heruntergekurbelt habe, läuft mir der Schweiß wie Wasser die Arme hinunter. So schön habe ich mir das Wetter nicht ausgemalt, als ich auf reisezauber.com meinen Lastminutetrip nach Menorca gebucht habe. Der Weg zieht sich hin, führt an unzähligen immergrünen Aleppokiefern vorbei, die sich fast überall auf der Insel wieder finden. Cala Macarella soll einer der schönsten Strände Menorcas sein; trotz des unebenen Weges trete ich aufs Gas. Ich kann es kaum erwarten, endlich dort anzukommen. Als ich mir sicher bin, dass ich auf dem falschen Weg sein muss und gerade anhalten will, um nachzusehen, ob ich eine Abzweigung verpasst habe, sehe ich die ersten geparkten Autos. Die Bäume neigen sich von beiden Seiten wie schützende Wächter über den Parkplatz, sodass ich meinen Wagen in ihrem Schatten abstellen kann. Die restliche Strecke bis zur Bucht gehe ich zu Fuß. Schon jetzt bin ich vollkommen fasziniert von der Vegetation: Zwischen den Bäumen wuchert das Gras in hellgrünen Büscheln am Rand des Weges, immer wieder durchsetzt von einer lilafarbenen Pflanze. Durch die zahlreichen schmalen Ästchen und ausladenden Blüten sieht es aus, als hätte jemand Blumensträuße ins Gras gepflanzt. Im Hintergrund verdichten sich die Bäume zu einem unberührten Wald. Und dann, plötzlich, öffnet sich der Weg zu dem weißen Sandstrand Cala Macarella, der von begrünten Felsen eingerahmt wird. Ich lege meine Strandtasche achtlos in den Sand, ziehe mich aus und gehe ans Wasser vor. In Ufernähe wirkt das Meer fast durchsichtig, je tiefer der Grund wird, desto türkiser wird auch das Wasser, bis es weit draußen in der Bucht ein sattes Blau annimmt. Dort schwanken auch ein paar weiße Segelboote träge hin und her. Ich lasse mich ins Wasser fallen, tauche und schwimme ein paar Züge, bevor ich mich wieder zum Strand umdrehe. Die grünen Baumkronen, der weiße Sand und das hellblaue Meer bilden einen Anblick, von dem ich mich kaum lösen kann. Im ersten Moment möchte ich meinen Fotoapparat holen, um dieses traumhafte Bild festzuhalten, dann wird mir bewusst, dass man solche Schönheit einfach erleben muss.